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Elektroinstallation ist das Errichten von elektrischen Anlagen für Niederspannung. Im engeren Sinne wird darunter die im folgenden beschriebene Stromversorgung und die elektrische Beleuchtung der Hausinstallation verstanden; ähnliche Verfahren und Materialien werden jedoch auch in industriellen Anlagen und Schaltschränken sowie auf Fahrzeugen angewandt.





Was gehört alles dazu?

Dazu gehört die Leitungsverlegung und die Montage von Verteilern, Überstromschutzeinrichtungen, Fehlerstromschutzeinrichtungen, Leitungsschutzschaltern, Leuchten, Elektrogeräten, elektrischen Maschinen, Sensoren wie Bewegungsmeldern und Dämmerungsschaltern, Schaltern, Tastern und Steckdosen sowie die abschließende Messung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen.
Es ist Aufgabe des Elektronikers für Energie und Gebäudetechnik (Elektroinstallateur), die einzelnen Komponenten so zu verbinden, dass die Schaltung die gewünschte Funktion erfüllt und keine Gefahr eines elektrischen Schalges besteht. Bei Arbeiten sind zur Vermeidung von Stromunfällen die einschlägigen Sicherheitsregeln zu beachten.

Die Mindestzahl von Steckdosen und Stromkreisen pro Raum und Wohnung ist in der DIN 18015 [27 KB] sowie HEA RG 678 [48 KB] festgelegt.

Verlegearten

Man unterscheidet im Wesentlichen drei Arten von Installationen:

Auf Putz, In Kabelkanälen, freiliegend sichtig (zum Beispiel in Kellern, Garagen, Dachböden, Feuchträumen etc.). Unter Putz, in Schutzrohren oder in Estrichen verlegt (zum Beispiel in Wohn- und Büroräumen). Im Putz, zum Beispiel mit einer Stegleitung im Putz.

Geschichte

Die ersten Elektroinstallationen, verbreitet seit etwa 1890, waren auf Putz verlegt. Sie bestanden meist aus zwei verdrillten Kabeln, die im Abstand von etwa einem Meter mit einem kleinen runden und genuteten keramischen Kabelträger (Porzellan) befestigt wurden. Der Kabelträger saß zwischen den zwei Adern, wie das heute noch bei Freileitungsisolatoren üblich ist. Die Elektroleitungen selbst waren mit Guttapercha ummantelte und mit einem Faden umsponnene oder umflochtene Eisendrähte. Die Schalter waren aus Messing oder Kupfer und hatten Gehäuse aus Blech, Keramik oder frühen Kunststoffen (Bakelit).
Später erfolgte die Verlegung der Leitungen in gebördeltem, verbleitem Eisenblechrohr (Bergmannrohr) mit einer Teerpapierisolierung auf der Innenseite. Passende Blechabzweigdosen besaßen eine ebensolche Innenisolierung und Klemmsteine mit Schraubklemmen auf Keramikträgern. Zur Herstellung von großen Biegeradien gab es spezielle auf den Durchmesser des Rohres abgestimmte Zangen, mit denen es möglich war, mehrere aneinandergereihte Knicke mit weniger als 90° einzubringen, um eine 90°-Abwinkelung herzustellen. Enge 90°-Abwinkelungen bestanden aus Winkel-Halbschalen, die montiert wurden, nachdem die Leitungen eingezogen waren. Um etwa 1920 kam die Unterputzverlegung auf. Die Installationsrohre wurden am Ende mit einer sogenannten Pfeife, vorzugsweise aus weißem, glattem, abgerundetem Porzellan, unter dem Putz hervorgeführt - an der Wand war nur der Keramikkranz sichtbar. Die Verlegung von Einzeladern in Blech-Installationsrohren hielt sich bis in die 1950er Jahre. Später wurden PVC-ummantelte Kupferkabel auf Putz mit Bakelit-Schellen oder unter Putz verlegt. Abzweigdosen waren oft dennoch auf Putz und bestanden aus Bakelit. Unter Putz wurde auch Stegleitung mit parallel nebeneinander liegenden Adern ohne Mantelisolation verwendet. Die Verwendung von billigeren Aluminiumleitungen hauptsächlich in der DDR führte zu Zuverlässigkeits-Problemen aufgrund der Zwischenschichten bei der Kontaktierung (Klemmstellen, Schalter, Steckdosen) sowie der erhöhten Bruchgefahr. Es wurden für Aluminium geeignete Klemmen entwickelt und die Installation erforderte erhöhte Sorgfalt: Aderenden mussten gereinigt und gefettet werden: zudem mussten Klemmverbindungen nachgezogen werden. Die einzig sicheren Verbindungen für Aluminium sind Quetschverbindungen mit entsprechenden Quetschhülsen Ein Kompromiss war verkupfertes Aluminium als Leitermaterial (AlCu); schließlich wurde die Verwendung von Aluminium im Hausinstallationen aufgrund der Unfallgefahren (Brand, unzuverlässige Verbindungen insbesondere des PEN-Leiters) jedoch verboten. Bestehende Installationen besitzen Bestandsschutz. Die Erweiterung bestehender Installationen ist problematisch, da heutige, für Kupferleiter geeignete Klemmen nicht für Aluminium geeignet sind. Heute werden Installationen meist mit Kupfer-Mantelleitung ausgeführt, die es hierzu in verschiedenen Querschnitten und Adernanzahlen gibt; diese wird im Putz oder in PVC- bzw. flammhemmend ausgerüsteten PP-Installationsrohren geführt. Die Installation von Leitungen im Putz unterliegt bestimmten Regeln (DIN 18015 [27 KB] ), um das Auffinden zu erleichtern bzw. das versehentliche Verletzen zum Beispiel durch Bohrungen in die Wände zu vermeiden.